Vortrag halten: Deine ersten Worte entscheiden!

Aktualisiert: Juli 15

Dein Publikum erlaubt sich direkt beim Einstieg ein Urteil über dich, ohne den Vortrag voll gehört zu haben! Deshalb: Überzeuge am Anfang


Typisch Frauen

Frauen verbringen viel zu viel Zeit damit, darüber nachzudenken, was wir Männer denken.


Viel länger, als wir Männer überhaupt fähig sind zu denken.


Einige von euch haben sich bestimmt bei diesem Spruch gedacht: "Du dreister unsympathischer Junge, du unsympathischer"


Tja, bei euch habe ich mir meinen ersten guten Eindruck schon fast komplett verspielt. Dein Urteil über mich? Nicht gerade prickelnd!


Blitzschnelles Urteilen

Wir Menschen sind leider was das “sich ein Urteil bilden” angeht, sehr schnell, sehr einfach und sehr brutal. Jemand kommt splitterfasernackt zu einer Beerdigung: "Die spinnt doch, verrückt, geisteskrank."


Jemand geht im Winter barfuß durch die Innenstadt: "Der spinnt doch, verrückt, geisteskrank." Wir kennen die Menschen überhaupt nicht, finden sie aber schnell direkt ab Sekunde eins unsympathisch.


Bei deinem Vortrag ist es genauso gefährlich. Dein Publikum entscheidet in den ersten Sekunden blitzschnell: was ist das für ein Typ Mensch, mag ich den und was ist das für ein Thema, mag ich das?


Schubladen-Denken: Vor- und Nachteil

An und für sich ist dieses schnelle Schubladen-Denken natürlich eine großartige Fähigkeit von uns Menschen. Du hast zum Beispiel schmerzhaft lernen müssen: Herdplatten können verdammt heiß sein.


Sobald du jetzt irgendwo in freier Wildbahn eine Herdplatte siehst, weißt du ab Sekunde eins, ohne viel überlegen zu müssen: Achtung, Vorsicht! Sehr unsympathischer Weggefährte - könnte verdammt heiß sein!


Je schneller wir uns also ein Urteil bilden können, desto schneller können wir auf mögliche Gefahren reagieren. Nur ist der Einstieg in deinen Vortrag eigentlich keine Gefahr (zumindest sollte er das nicht sein).


Fokus auf deine ersten Worte

Schön wäre es ja, wenn sich dein Publikum und deine Prüfer erst am Ende deines Vortrags ein Urteil über dich und über deinen Inhalt erlauben würden. Denn erst jetzt haben sie das Gesamtpaket kennengelernt. Das tun sie aber nicht!


Der erste Eindruck zählt und bleibt abgespeichert. Wer ab Sekunde Eins nicht die richtigen Worte findet, die Aufmerksamkeit nicht bekommt oder irgendwie negativ auffällt, dem oder der werden direkt Steine in den Weg gelegt.


Schnell wird dann unterstellt: "Ganz klar, wer sich direkt am Anfang schon so verhält, hat sicher auch einen entsprechenden Vortrag. Ich glaube es rentiert sich gar nicht erst für mich, dir zuzuhören."


Wenn solche Gedanken in deinem Publikum entstehen, wird es direkt schwerer trotzdem zu überzeugen und die Menschen zu erreichen. Von daher: Achte auf deinen Einstieg - er gibt nicht nur die Richtung vor, sondern auch die Erwartungen: Was habe ich als Publikum davon, wenn ich dir zuhöre!


So gelingt dein Einstieg

Was kannst du für einen guten Einstieg tun? Erstens bereite ihn gezielt vor. Ich gehe sogar soweit und empfehle dir: lerne deine ersten Worte auswendig.


Für mich ist das der einfachste und doch effektivste Schritt überhaupt. Solange wir Menschen uns vom ersten Eindruck so stark beeinflussen lassen, werde ich dir immer empfehlen: Lerne deine ersten Worte sogar auswendig und überlass so nichts dem Zufall!


Kenn deine Zielgruppe

Versuch vorab zu recherchieren, was das für Menschen sind, zu denen du sprechen wirst? Was finden sie gut und fast noch wichtiger: Was finden sie nicht gut.


Wenn dein Publikum zum Beispiel aus 100%igen Hardcore-Veganern besteht, dann sei vorsichtig mit einem Einstieg bei dem du erzählst, wie gut du doch Rindersteaks auf dem Grill medium braten kannst.


Wirst du als Person direkt am Anfang als unsympathisch abgestempelt, dann wirst du dir schwer tun, die Farbe von diesem Stempel, die dann auf deinem Vortrag klebt, wieder wegzubekommen.


Klare Erwartung

Mach relativ schnell am Anfang klar, was dein Publikum in deinem Vortrag erwarten darf. Es muss Sinn ergeben, warum wir dir jetzt hier heute zuhören sollen. Gleichzeitig ist so übrigens keiner am Ende enttäuscht, wenn du direkt am Anfang schon klar machst, um was es gehen wird um um was es nicht gehen wird.


Abschließend der Tipp, den keiner hören will: Üben! Je mehr du deinen Einstieg übst, desto gezielter kannst du ihn schärfen und bewusst einsetzen.


Dein Einstieg ist natürlich nur ein Teil deines Vortrags und am Ende zählt oft der Gesamteindruck. Wichtig ist mir aber dennoch: Dein Einstieg ist prägend, wirkungsvoll und wichtig.


Wie gestaltest du selbst den Einstieg in deine Vorträge? Hast du deinen ganz persönlichen Klassiker oder kommt der Einstieg völlig spontan?


Hab Freude am Reden


Dein Andreas

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