Todsünde: Pauschale Behauptungen

Bei dieser Behauptung sollten die Alarmglocken bei dir läuten, warum? Alleine das Wörtchen NIE zu verwenden, ist natürlich eine perfekte Pauschalisierung und gefährlich.

Beziehungen werden verletzt

Pauschale Behauptungen verletzen schnell Beziehungen, wenn sie wie ein Vorwurf formuliert werden. Dann haben wir nämlich direkt ein verbales Wurfgeschoss:


Ein Kind räumt einmal das Zimmer nicht auf: "Nie räumst du dein Zimmer auf", "Immer bist du so unordentlich", "Du bist ein unordentliches Kind", die direkte Klatsche ins Gesicht: "Du Saubär".


So entstehen auch viele Stereotype: Deine Nachbarin kann nicht einparken = "Frauen können nicht einparken!"


EIN blonder charmanter junger Mann fällt negativ auf, weil er frech war: "Die Blonden sind doch alle charmant und hundsgemein!".


Unser Gehirn liebt es natürlich so einfach und dadurch schnell zu denken. Klar kannst du jetzt dieses klassische Schubladen-Denken erst mal verurteilen und sagen:


Wie kann man nur. Aber es macht uns den Alltag wirklich einfacher: Überleg mal: Du hast als Kind hoffentlich, wenn überhaupt, nur ein einziges Mal auf eine heiße Herdplatte gefasst und danach nie wieder.


Oder stell dir vor "Ein Tiger hat dich gebissen: Du merkst dir nicht, ein Tiger mit der folgenden Musterung, dieser Höhe und der Augenfarbe hat gebissen: Nein, du merkst dir direkt: Tiger sind gefährlich. Natürlich sind nicht alle ;) wilden Tiger gefährlich, aber in einer neuen Tiger-Notsituation musst du jetzt nicht mehr lange überlegen. Größe, Augenfarbe ist der Tiger gefährlich?


Nein: Zack: Schublade Tiger auf: Info "Gefährliches Erlebnis" liegt drin: Alles klar weg hier.


Und doch ein starkes Problem

Was wir aber leider vergessen, mit in diese Schublade zu legen, sind die ehrlichen Worte: "Ein einziger Tiger hat mich gebissen, ich nehme an, dass ich diesen Einzelfall möglicherweise auf die Gesamtzahl der Tiger adaptieren könnte!


Die Wahrscheinlichkeit besteht aber und dessen bin ich mir stets bewusst, dass der beißende Tiger nur ein Einzelfall sein könnte!" ... tja das vergessen wir vor allem in unserem kommunikativen Alltag:


Pauschalisierungen erleichtern uns zwar das Denken im Notfall. Aber in den seltensten Fällen haben wir heute noch solche echten Tiger-Notfälle. Wir hätten also eigentlich die genug Zeit genauer hinzuschauen bei unseren Formulierungen!


Eine Entscheidung


Es liegt an dir, ob du deiner Partnerin, deinem Partner in einem Gespräch vorwerfen willst: "Du bist unzuverlässig" wenn er oder sie einmal in zehn Jahren vergisst den Müll rauszubringen?


Wenn dich wirklich etwas stört und du es ansprechen willst, dann sei konkret und spezifisch! Sprich über das Einzelereignis und spar dir den verbalen Angriff.


Achtung Verletzungsgefahr

Du greifst mit Pauschalisierungen nicht nur andere Menschen an, du machst dich dadurch auch schnell selber angreifbar!


Je pauschaler deine Behauptungen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit:


*Hand hoch* "Herr Fischer, Jansen mein Name: sie sprechen davon nie Pauschalisierungen zu verwenden. Das heißt die Aussage: Alle Menschen sind Lebewesen ist aus ihrer Sicht unangebracht und falsch? Möchten Sie das damit sagen?" Nein will ich natürlich nicht!


Du musst natürlich nie ganz auf Pauschalisierungen verzichten - das wäre ja völlig gegen die Aussage dieses Beitrags.


Ich will dich aber dafür sensibilisieren, Pauschalisierungen bewusst und mit Bedacht einzusetzen!


Worte wie:

  • immer

  • nie

  • jemand ist

  • etwas ist

  • Menschen sind

  • jedes Mal


Solche Worte dürfen dich ab sofort gerne dazu sensibilisieren genauer hinzuschauen. Sei bei deinen Behauptungen am besten konkret, spezifisch und messbar.


Welche Erfahrungen hast du mit dem Thema Pauschalisierungen gemacht und wie gehst du damit um? Schreib es mir gern in die Kommentare.


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