So erzählen dir Menschen alles

Wer es richtig anstellt, bringt Menschen einfach dazu, sich schneller zu öffnen!


Die goldene Regel

Ich möchte dir zwei Impulse mit auf deinen Weg geben, wie du Menschen dabei helfen kannst, sich dir gegenüber in einem Gespräch schneller zu öffnen.


Der erste Impuls ist direkt schon die goldene Regel: Zuhören mit dem Wunsch, wirklich verstehen zu wollen. Was bedeutet das?


Es bedeutet: "Ich fokussiere mich jetzt zu 100% nur auf dich und das Hier und Jetzt". Das klingt einfacher als es ist! Ich bin fest davon überzeugt: Wir können nur einem einzigen Gedanken in unserem Kopf unsere volle Aufmerksamkeit schenken. Jeder weitere Gedanke bekommt nur noch einen Teil unserer 100 prozentigen Aufmerksamkeit.


Dazu gibt es eine passende Geschichte: Ein Schüler hat vor langer Zeit seinen spirituellen Meister gefragt:


"Meister: wie werde ich endlich vom spirituellen Schüler - zum Meister?“


Der Meister hat ihm daraufhin gesagt: „ Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.“


Der Schüler fast schon sauer: "Na, das mach ich doch auch"


Der Meister sagt: „Wenn du gehst, denkst du schon ans Essen und wenn du isst, dann denkst du schon ans Schlafen. Wenn du schlafen solltest, denkst du an viele andere Dinge".


Ich selbst habe zum Beispiel lange dazu geneigt, vor allem unter Zeitdruck meine Gedanken nicht mehr bei meinem Gesprächspartner oder meiner Gesprächspartnerin zu haben.


Das heißt währenddessen mir dieser Mensch gerade davon erzählt hat, wie schrecklich doch der Streit mit der besten Freundin war, bin ich in Gedanken ganz wo anders: Dieser innerliche Blick auf die Uhr: "Verdammt, was, wenn ich jetzt zu spät zur Arbeit komme. Merkt das überhaupt jemand vor Ort?"


Das kostet mich direkt fünfzig Prozent meiner verfügbaren Aufmerksamkeit. Dein Gegenüber wird das sehr schnell merken. Deine Antworten sind kurz, du hörst kaum zu, verstehst Zusammenhänge nicht mehr und deinen Blickkontakt kannst du auch nicht mehr so richtig aufrechterhalten. Deshalb: entscheide dich.


Wer sich für einen Weg entscheidet: Zum Beispiel Zuhören mit dem Wunsch verstehen zu wollen, der hat sich von einem anderen Weg ent-schieden - zu scheiden.


Eine Entscheidung zu treffen bedeutet bewusst Nein zu einem anderen Weg zu sagen, sich davon zu trennen … nicht umsonst nennen wir das Gehen getrennter Wege: die Scheidung von der Ehe.


Von daher: du merkst deine Aufmerksamkeit gehört gerade mehreren Gedanken? Dann entscheide dich. Breche ich das Gespräch rechtzeitig ab, weil ich mich nicht zu 100% konzentrieren kann und kommuniziere das auch ganz offen:


"Du, ich will dir meine volle Aufmerksamkeit schenken, aber ich bin überhaupt nicht bei der Sache. Gib mir dreißig Minuten und ich bin voll bei dir?"


Oder bin ich im Hier und Jetzt und schenke meinem Gegenüber die Aufmerksamkeit die er oder sie verdient hat? Falls ja, verbanne alle anderen Gedanken für diesen Moment aus meinem Kopf.


Es gibt nur Wirkung

Kommen wir zu Impuls Nummer zwei um besser zuhören zu können: Speichere den Glaubenssatz: Es gibt nur Wirkung ab!


Wie oft urteilen wir sofort über die Worte unseres Gegenübers: "Das macht man doch nicht, das ist ja dumm gelaufen, das ist schlecht, das ist gut, du Glückspilz und so weiter" - das ist alles eine Wertung: positiv oder negativ.


Ich bin fest davon überzeugt, gutes Zuhören bedeutet: es gibt kein Richtig und kein Falsch. Für mich persönlich gibt es nur Wirkung. Warum?


Ich finde meine Aussage zum Beispiel richtig, du vielleicht falsch. Aber beides ist in unserem Gespräch doch okay zu vertreten, solange wir uns deswegen nicht an die Gurgel gehen.


Übrigens pflegen auch die Juristen zu sagen: "es gibt eine herrschende Meinung und es gibt eine Mindermeinung." Auch hier liegt die Wahrheit also im Auge des Betrachters.


Wenn du es schaffst, die Worte deines Gegenüber nicht sofort durch deine Richtig und Falsch-Brille zu ver-urteilen, dann passieren drei wundervolle Dinge:


Erstens deine Gedanken sind nicht im Richter-Modus, was dich direkt wieder Aufmerksamkeit kosten würde: "Wie kann er nur, wie schlecht wie gut und so weiter?", zweitens:


Dein Gegenüber wird durch deine auf Wirkung ausgelegten Fragen und dein Vokabular sofort spüren: "Ich kann mich öffnen" und drittens:


Du hast mehr Freude am Leben und am Reden. Denn wenn du akzeptierst: Das ist meine Wahrheit, das ist deine Wahrheit, ist alles gleich viel entspannter! Was mir persönlich dabei hilft, Gespräche wertfreier zu erleben und meine Aufmerksamkeit im Modus zu halten: Ich höre zu weil ich dich verstehen will, ist folgende Art von Satz: "Das ist spannend oder das ist interessant"


Gleich verurteilend wäre: "Das darf man doch nicht machen, du kannst doch keinen Apfel klauen! Wieso hast du das nur getan?" alternativ: "Interessant, erzähle mir, warum du diesen Apfel gestohlen hast?"


Beide Sätze wollen herausfinden, warum du den Apfel geklaut hast. Der erste verurteilend, der zweite etwas einladender.


0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

​​