Frei sprechen: So klingt dein Vortrag nicht mehr abgelesen

Aktualisiert: Juni 20

Dein Vortrag klingt abgelesen? Das muss nicht sein! Ich zeige dir, was du sofort ändern kannst, damit dein Vortrag frei gesprochen klingt

Abgelesen bleibt abgelesen

Eines der häufigsten Probleme direkt am Anfang: Es klingt und wirkt deshalb abgelesen weil es tatsächlich abgelesen wird. Ein Manuskript, also der Text für deinen Vortrag ist zunächst einmal Grundlage für deinen Inhalt.


Auch ausformuliert auf DINA4 ist ein Manuskript immer noch super! Aber nur zur Vorbereitung. Hast du nämlich einen riesen Zettel in diesem Format auf der Bühne dabei, dann passiert gerne mal das hier: Der ständige Blick aufs Blatt!


Dein Publikum sieht deine Bewegungen natürlich und denkt sich: "Schau, schon wieder der Blick aufs Blatt. Ablesen kann ja jeder" Je größer das Blatt, desto mehr bist du verleitet drauf zu schauen und desto präsenter wirkt der Zettel in deiner Hand!


Dein kleiner Zettel

Es macht durchaus Sinn, einen Zettel auf der Bühne dabei zu haben. Nur ist DIN A4 dafür meistens zu groß. Aus dem Fernsehen kennen wir schon die Größe, an die wir uns gewöhnt haben: Moderationskarten. Das ist fast schon eine gesellschaftlich akzeptierte Form des unauffälligen Ablesens. Wir sehen sie bei Moderatorinnen und Moderatoren so oft, dass wir sie schon fast gar nicht mehr wahrnehmen.


Es handelt sich dabei um DINA5 große Zettel im Querformat. Der erste Vorteil, wenn du diese Form wählst ist: wenn du groß genug schreibst, passen nur die wesentliche Inhalte auf den Zettel. Je weniger du auf der Bühne auf einem Zettel stehen hast, desto weniger kannst du auch ablesen ... steht ja kaum was da.




Zweitens: Je größer der Text, desto mehr reicht ein kurzer Blick auf die Karte um zu wissen, worum geht's hier eigentlich.


Kurze Sätze

Der zweite Grund, warum viele Vorträge abgelesen klingen, liegt daran, dass wir zu lange Sätze benutzen, die dann irgendwie unnatürlich und schnell abgelesen klingen, weil wir so lange Sätze sonst nämlich eigentlich nie im Alltag sprechen würden. (Lies mal diesen Satz vor ;)


Glaub mir eins! Wenn wir beide uns heute Abend bei einem guten Glas Rotwein unterhalten, dann sind unsere Sätze einfallsreich, voller Leidenschaft, tiefer Blicke und vor allem aber sind die Sätze kurz. Such deshalb nach sehr langen Sätzen in deinem Text und mach sie kurz und knackig!


Blickkontakt herstellen

Jetzt kommen wir zu einem Grund, den viele leider gerne mal vergessen, wenn es um das Thema Ablesen geht. Ich hab schon Tipps gelesen, da heißt es: "Such dir einfach während deinem Vortrag einen Punkt über deinem Publikum aus und schau immer auf diesen Punkt. So musst du den Menschen nicht ins Gesicht schauen und so bist du direkt weniger nervös"


Kein Blickkontakt zum Publikum hat leider so viele negative Auswirkungen! Die erste: Deine Augen sind zum Verlieben, zeig sie mir! Zweitens: Wenn du deinem Publikum während dem Sprechen nicht in die Augen schaust, dann bist du nur auf dich selbst fokussiert.


Das bedeutet, du sprichst einfach nur etwas, aber nicht etwas zu jemanden. Du bist im "ich-rattere-schnell-mein-Gedicht-runter-Modus." Erinnerst du dich noch dran, wenn in der Schule damals Gedichte aufgesagt worden sind:


Versuch dieses Gedicht so schnell es geht aufzusagen, das ist die Geschwindigkeit, mit der viele Kinder ihre mühevoll auswendig gelernten Gedichte aufsagen, um es schnell hinter sich zu bekommen:


"Ich glaub es kaum, mit seinem Flaum, ist er so hübsch wie ein Baum".


Schau den Menschen ins Gesicht und sprich zu ihnen und schon bist du mehr im hörbaren Gesprächsmodus.


Pausen machen

Kommen wir zur Herausforderung Nummer Vier: Pausen! Wer zu wenig oder sogar gar keine Pausen in seinem Vortrag macht, klingt dadurch schnell wieder unnatürlich und abgelesen.


Am besten machst du kurze Sätze und am Ende, bei jedem Punkt, gehst du mit der Stimme nach Unten. Alleine diese verbale Lautstärkenpause hilft vielen Menschen schon dabei, dass es freier klingt!


Mach es mit Liebe

Das letzte Grund, warum ein Vortrag schnell abgelesen klingt: Es fehlt die Liebe. Damit meine ich die Liebe für deinen Text: Überleg dir bei wichtigen Worten, was sie eigentlich bedeuten.


Lies bitte den nächsten Satz laut vor und versuch mich einen Unterschied zwischen den beiden Worten "sonnig 1 und " spüren zu lassen! Eins ist wirklich sonnig:


"Ist es ein sonniges Wetter oder ein sonniges Wetter."


Je mehr Erlebnis und Liebe du in deinen Text packst, desto weniger abgelesen klingt es!



Hab Freude am Reden


Dein Andreas

2 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

​​