Es ist egal, was anderen denken!

Warum du aufhören musst, dir Sorgen zu machen, was andere über dich denken


Meine peinliche Geschichte

Es ist unglaublich wichtig, dass du damit aufhörst, dir Sorgen darüber zu machen, was andere über dich denken! Wenn du bei einem Vortrag oder während einem Gespräch ständig in deinem Kopf Gedanken hast wie: "Was denken die anderen Menschen jetzt gerade über mich?" dann wirst du nie dein volles Potenzial in deiner Rhetorik ausschöpfen können!


Ich bin in Gedanken jetzt nur bei einem Menschen - bei dir! Ich will dir jetzt direkt zum Einstieg eine sehr peinliche Geschichte aus meinem Leben erzählen.


Seit ich denken kann, ist die Kommunikation mein Leben und meine Leidenschaft. Das zeigt sich nicht nur in meinem Beruf als Rhetoriktrainer, nein - es regiert meinen Alltag und macht mich zu dem, was ich bin. Ich will Menschen kennenlernen, mit ihnen ins Gespräch kommen und sie zum Strahlen bringen.


Aber genauso wie es Menschen gibt, die Pumuckel, die Glücksbärchis, Superman und Superwoman hassen, genauso gibt es Menschen, die mich und meine kommunikative und bezaubernd charismatische Art hassen.


Die erste Verunsicherung

Vor vielen Jahren habe ich von einer Freundin eine sehr spezielle SMS bekommen. Sie hat mich zu ihrem Geburtstag eingeladen und wollte an diesem Abend endlich allen ihre neue Flamme vorstellen. Ich bekam als einziger bei meiner Einladung diese ergänzende Nachricht:


"Lieber Andreas, halt dich doch bitte diesmal mit deinen Fragen am Anfang noch etwas zurück" - ich dachte mir, spinnt die? Meine Fragen sind exklusiv, einfallsreich und eloquent.


Meine Lebensgefährtin meinte daraufhin damals: "Andreas, viele der Jungs meiner Freundinnen kommen nicht mit dir klar"


"Tja, es gibt halt nur ein Alpha Männchen "URRAHHH" dachte ich mir"


Meine Liebste meinte dann "Thommy mag dich zum Beispiel überhaupt nicht" - kein Wunder Thommy ist aber auch komisch.


Ich war damals zuerst ziemlich wütend: Was bildet ihr euch ein? Ihr habt doch keine Ahnung! Aber Worte wirken auch auf mich! Ein paar Tage später habe ich mich dann doch dabei erwischt, wie ich immer wieder über diese Worte meiner Freundin gegrübelt hab: "Vielleicht bin ich ja wirklich komisch", "Was hätte ich anders machen können, worauf achte ich in Zukunft" "Sollte ich vielleicht endlich aufhören überhaupt mit Menschen zu sprechen"?


Mein Gedankenfehler

Mit diesen Gedanken im Kopf bin ich damals auf eine Fortbildung gegangen. Wie so oft, gab es auch da direkt am Anfang eine Vorstellungsrunde. Dabei hat sich mein Sitznachbar neben mir als "Ich bin Arzt für XY" vorgestellt.


Ich hab sein Fachgebiet noch nie gehört und war interessiert. Neugierig wie ich bin dachte ich mir - ach sprich ihn einfach in der Pause an.


Aber dann, kurz vor der Pause sind mir wieder diese Gedanken gekommen: Was, wenn das auch schon wieder so ein dummer Thommy ist? Oder stell wirklich ich immer solche dummen Fragen?


Ich wollte dich doch einfach nur fragen: "Ich hab es vorher nicht ganz verstanden: Welche Krankheit muss ich denn haben, damit du mich mit deiner Fachexpertise heilen kannst?"


Und ich überleg und überleg ... da war ich schon kurz davor gar nichts mehr zu sagen. "Reiß dich zusammen" dacht ich mir, ich mach es einfach ... sicher? Was wenn: ach ziehs durch:


"Hey ähhm, was muss passieren, damit wir zwei uns wiedersehen?"


Bitte was? Verdammter Thommy! Ich muss mindestens genauso verwirrt ausgesehen haben, wie der Arzt - der hat mich angesehen, als hätte ich ihm gerade seine Lieblingsvase runtergeschmissen: "Wie du willst mich wiedersehen?"


Was du daraus lernen kannst

Ich war wahrscheinlich rot wie das glühende Bremslicht einer Fahrschule: "Ja ich meine, was muss mir fehlen, damit wir uns wiedersehen" ... ein paar Minuten später habe ich dann endlich verstanden, was für ein Arzt er ist und übrigens er wollte sich auf keinen Fall mit mir treffen.


Aber warum erzähl ich dir diese Geschichte? Weil wir es nie allen Menschen recht machen können! Deshalb müssen wir anfangen, hinter unseren einmal getroffenen Entscheidungen zu stehen und dann keine unnötigen Gedanken mehr an andere Menschen verschwenden!


Die alte Geschichte

Es gibt eine alte Geschichte, die das noch schöner auf den Punkt bringt: In einer längst vergessenen Stadt wollte ein altes Paar gemeinsam mit ihrem Esel die Stadt verlassen. Der Mann zog den Esel an einem Seil hinter sich her, seine Frau saß auf dem Esel. Da schreit ihnen ein Soldat entgegen:


"Was ein Miststück, lässt ihren Mann zu Fuß gehen und sitzt selber mit ihrem fetten Arsch auf dem Esel" Die Frau war sofort peinlich berührt und sagte zu ihrem Mann: "schnell lass uns wechseln".


So zogen sie jetzt, die Frau voran, der Mann auf dem Esel durch die Stadt. Als sie an den Marktweibern vorbeigekommen sind, schreit eine von ihnen: "Dreckiger Macho - du bist 100 Mal stärker zu Fuß wie deine Frau, aber du meinst, wie der Pascha da oben drauf sitzen zu müssen"


Jetzt wurde es beiden sehr unangenehm: Die Lösung? Beide setzen sich auf den Esel, so kann keiner mehr was Dummes sagen.


Sie waren noch nicht ganz aus der Stadt heraus, da schreit ihnen ein Bauer zu: "Tierquäler - Sitzen die zwei Fetten zu zweit auf dem Esel - schämt euch" Da sagte der Alte zu seiner Frau, weißt du Schatz, "Die Thommys dieser Welt können mich mal"


Nein das hat er natürlich nicht gesagt, er hat gesagt: "Egal wie, wie können es nie allen Recht machen!


Das ist ein wichtiger Gedanke, den du dir abspeichern und am besten jeden Tag wiederholen solltest: Nie werden mich alle mögen, das geht nicht und das ist okay - Bei so vielen Menschen auf dieser Welt, da würde unser Kopf platzen, wenn wir uns ständig darüber Gedanken machen würden, was ihr über mich denkt!


Akzeptiere es und freu dich über die Menschen, die dich so lieben wie du bist ... die reichen - ich zum Beispiel: Ich liebe dich wie du bist!


Mach es zukünftig anders

Wenn du in deiner Rhetorik permanent darüber nachdenkst, was andere über dich denken, dann kämpfst du gegen dein eigenes ICH an und dadurch bremst du dich.


Wenn wir versuchen dagegen anzukämpfen, dann stören wir unser Sprechdenken. In der Kommunikationspsychologie sprechen wir gerne vom Sprechdenken. Das ist der Prozess, der passiert, wenn du währenddessen du sprichst, schon die nächsten Worte unterbewusst bereit hast.


Jedes Mal wenn wir uns aber damit beschäftigen, was wohl die anderen Menschen denken, füllen wir unser Sprechdenkpotenzial mit Mist.


Reiner Mist der dich daran hindert, spontan, schlagfertig aber vor allem du selbst zu sein! Es gibt den Satz: Jeder Mensch kann nur einen Gedanken richtig verarbeiten.


Entscheide dich für deinen Gedanken und bleib dabei! Aber klar - es gibt auch Verhalten, das wir vielleicht loswerden wollen, weil es uns auch selbst stört.


Mach es wie die Profisportler

Wenn du sagst: mir ist es wichtig mich und mein Verhalten zu ändern, dann mach es wenn, wie die Sportler: Übe nicht während dem Spiel! Glaubst du ein Tennisspieler übt eine neue Art die Rückhand zu benutzen, mitten im wichtigsten Spiel überhaupt? Nach dem Motto: "unentschieden - ich probier mal was Neues aus - vielleicht klappts ja"


Nein! Neues Verhalten wird immer in der spielfreien Zeit geübt! So solltest auch du es mit deiner Rhetorik handhaben: Wenn du etwas verändern willst, dann übe es in der spielfreien Zeit solange, bis es dein neues Verhalten geworden ist mit dem du dich wohlfühlst. Und wenn du merkst, dass sich das neue Verhalten nicht gut anfühlt:


Dann merk dir: Andere Mütter haben auch Thommys, die mich sympathisch finden.


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